Das war nichts für schwache Nerven

von fruecker, 05. Februar 2018

TV Waldgirmes – USC Konstanz 3:2 (-17, -17, +23, +22, +7), 115 Min. „Das war nichts für schwache Nerven“ urteilte eine sichtlich erleichterte Großmutter nach dem Spiel. Was in den 2 Stunden davor passiert war, grenzte an einen Action Thriller a la Jason Bourne. Trainer Thomas Autzen blieb betont zurückhaltend und erklärte: „Es war wieder eine hervorragende Teamleistung und wir brauchten gegen die starken Konstanzer nur einige technische und taktische Maßnahmen, um unser Spiel aufziehen zu können.“ Manager Friedhelm Rücker ergänzte: “Es war vor allem auch Thomas Autzen der mit seinen Auszeiten und sein geschickten Spielerwechseln entscheidend zum Erfolg beigetragen hat.“ Konstanz startete mit Vollgas in den ersten Satz und zeigte gleich in welch bestechender Form das Team vom Bodensee ist. Dabei profitierten die Gäste auch von den Abstimmungsproblemen im Waldgirmeser Mittelangriff bzw. Blockverhalten. Bei Waldgirmes lief sehr wenig zusammen und so ging der erste Durchgang klar an den USC Konstanz Volleyball. Auch im zweiten Satz ein ähnliches Bild. Waldgirmes agierte zwar kompakter, aber leistete sich zu viele Eigenfehler. Vor allem im Aufschlag konnte wenig Druck erzeugt werden. Dies machte es Konstanz einfach seine Angreifer variabel einzusetzen und vor allem im Mittelangriff ein- ums andere Mal eindrucksvoll zu punkten. Alles sah nach einer deutlichen Klatsche nach drei Siegen in Folge aus und nach zwei Sätzen hätte niemand in der Halle mehr auf Waldgirmes gewettet. Doch nach der 10 Minutenpause ein völlig anderes Bild. Die Ansprache und die taktischen Maßnahmen von Trainer Thomas Autzen schienen gefruchtet zu haben. So war es vor Allem der Wechsel im Zuspiel der maßgeblich die Wende einleitete. Hier kam Henri Oetken, der später auch MVP wurde, profitierte von der stabilisieren Annahme und konnte nun auch die Mittelangreifer Volker Zimmermann und Pirmin Kükelhan ins Spiel bringen die sich mit spektakulären Schnellangriffen bedankten. Durch mehr Risiko und Härte im Aufschlag war es nun auch einfacher den starken Waldgirmeser Block erfolgreich zu positionieren und somit in Satz drei und vier die nötigen Punkte zu holen. Die Konstanzer versuchten nochmals alles in die Waagschale zu werfen und gaben sich zu keinem Zeitpunkt geschlagen. Dies mündete in hochklassigem Volleyball und spektakulären Abwehraktionen auf beiden Seiten. Doch letztlich konnte der Gast das Niveau aus den Sätzen 1 und 2 nicht halten und musste im Tiebreak die Niederlage gegen die nun wie entfesselt aufspielenden Lahnauer akzeptieren. Waldgirmes feiert damit den vierten Sieg in Folge und zeigt wieder einmal eine geschlossene Mannschaftsleistung. Weiter geht es in 2 Wochen gegen die um den Klassenerhalt kämpfende Spielgemeinschaft U.N.S Rheinhessen.

Es spielten: Peter Preißendörfer, Volker Zimmermann, Davin Peters, Tobias Rücker, René Martin, Henri Oetken, Freddy Templin, Pirmin Kükelhan, Peter Schlecht